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Mit „Strukturen des Staunens – Das neue Handbuch der Zauberkunst“ legt Wittus Witt ein Werk vor, das in dieser Form bislang gefehlt hat: kein Anleitungsbuch für Kunststücke, keine Sammlung von Geheimnissen, sondern ein umfassendes Grundlagenwerk über Wesen, Wirkung, Geschichte und kulturelle Stellung der Zauberkunst. Bereits im Vorwort macht der Autor deutlich, worum es ihm geht: um eine ernsthafte Betrachtung einer Kunstform, die häufig auf bloße Tricks reduziert wird.
Schon der Titel erweist sich als klug gewählt. „Strukturen des Staunens“ klingt zunächst überraschend, trifft jedoch den Kern des Buches präzise. Witt zeigt überzeugend, dass Staunen in der Zauberkunst keineswegs zufällig entsteht, sondern einem inneren Aufbau folgt:
Wahrnehmung, Erwartung, Aufmerksamkeit, Überraschung und Nachwirkung greifen ineinander. Das Staunen erscheint hier nicht als spontaner Effekt, sondern als gestalteter Prozess – und genau diese „Struktur“ macht das Buch sichtbar.
Besonders der Untertitel „Das neue Handbuch der Zauberkunst“ verankert diesen anspruchsvollen Gedanken zugleich klar im Themenfeld der Zauberkunst. Die besondere Stärke des Buches liegt in seinem Perspektivwechsel. Witt betrachtet Zauberkunst nicht als Rätselkunst, sondern als Kunst der Wahrnehmung, Gestaltung und Kommunikation.
Gerade die frühen Kapitel überzeugen durch ihre klare Argumentation. Themen wie kulturelle Einordnung, Abgrenzung zu Betrug und Aberglauben, Psychologie der Wahrnehmung oder die „Prinzipien des Staunens“ werden verständlich, präzise und ohne akademische Überfrachtung erklärt. Besonders gelungen ist dabei die zentrale These, dass Staunen nicht aus Geheimnissen entsteht, sondern aus ihrer künstlerischen Gestaltung. Bemerkenswert ist auch der kulturhistorische Blick.
Der Autor zeigt, dass Zauberkunst bereits im 18. Jahrhundert in enzyklopädischen Werken als beschreibbare und erklärbare Kunstform behandelt wurde und keineswegs außerhalb kultureller Entwicklungen stand. Solche Passagen machen das Buch weit mehr als zu einem Fachwerk für Zauberkünstler – es wird zu einer Kulturgeschichte des Staunens. Dabei bleibt der Stil erfreulich zugänglich.
Witt schreibt klar, strukturiert und ohne unnötigen Fachjargon. Selbst komplexe Zusammenhänge über Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder psychologische Mechanismen werden nachvollziehbar vermittelt. Das Buch richtet sich daher nicht nur an aktive Zauberkünstler, sondern ebenso an kulturinteressierte Leser, Theatermenschen oder alle, die verstehen möchten, warum Menschen staunen.
Besonders überzeugend ist der Verzicht auf Effekthascherei. Struktur des Staunens will nicht entzaubern, sondern Verständnis schaffen – und zeigt gerade dadurch Respekt vor seiner Kunstform. Der Leser erfährt nicht nur etwas über Zauberkunst, sondern beginnt sie anders zu betrachten. Das ist vielleicht die größte Leistung dieses Buches.
Die Grundlage dieses Buches bilden mehr als fünf Jahrzehnte intensiver Beschäftigung mit der Zauberkunst. Als professioneller Zauberkünstler, Autor, Herausgeber, Sammler, Historiker, Veranstalter und Gründer des Museums Bellachini konnte Wittus Witt die Zauberkunst aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erleben und mitgestalten. Die Erfahrungen aus diesen Bereichen fließen in dieses Werk ein und verleihen ihm einen Blickwinkel, der weit über die praktische Ausführung von Kunststücken hinausgeht.
Fazit: Struktur des Staunens ist ein außergewöhnliches Grundlagenwerk, das der Zauberkunst jene Ernsthaftigkeit verleiht, die anderen Künsten längst selbstverständlich zugestanden wird. Ein kluges, reflektiertes und anregendes Buch – nicht nur für Zauberkünstler, sondern für alle, die sich für Wahrnehmung, Theater und Kultur interessieren.
Hochwertigste Ausstattung: Großformat: 28 × 21 cm, Umfang: 208 Seiten mit 200 Abbildungen.
Erste Stimmen zum Buch:
Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld: Meine allererste Reaktion: pure Begeisterung. Damit ist Dir ein ganz großer Wurf gelungen (bzw. wird Dir gelingen) Es besteht wirklich ein Riesenbedarf und die Zeit ist mehr als reif für eine zeitgemäße, umfassende Darstellung der Zauberkunst. Das hast Du fantastisch angepackt und umgesetzt.
Roman Ertl: Zu den Innovationen: Zunächst die von Dir betonte, aber noch nicht in der Breite der Zauberei umgesetzte Position, dass der Trick nicht zentral steht. Dies ist ein Paradigmenwechsel in der Zauberei, weil Du damit bestehendes Denken auf den Kopf stellst. Diese Betonung deiner Sichtweise über Zauberkunst bildet sich auch sprachlich sowie andere Schwerpunkte setzend ab: „Kulturelle Stellung“, aktualisierte Definition mit Abgrenzungen, Gemeinschaft, Kongresse, Chronisten, Gedächtnis, Handel, Werbungsrezeption, Malerei, Zukunft. Ein Handbuch, das als Update bestehender Werke gesehen werden kann. Denn es ergänzt diese mit der dominierenden Perspektive: Kunstform.
Dr. Alex Romanoff: Ich halte das Buch für wirklich einzigartig. Es bietet einen Überblick – und genau das fehlt meiner Meinung nach momentan in der Zauberliteratur. Es betrachtet Zauberkunst aus verschiedenen Perspektiven, und ich kann mir gut vorstellen, dass es Menschen aus Bereichen wie Kulturwissenschaft oder Kunstgeschichte dazu anregt, sich intensiver mit Zauberkunst auseinanderzusetzen.
Eric Eswin: First and foremost, I want to tell you how deeply impressed I am by Struktur des Staunens. Almost immediately after receiving it, I took the time to look through it, and my first thought was: what a remarkable achievement. It is rich in content, broad in scope, and thoughtfully structured throughout. On every page, I recognized your passion for the art of magic, your immense knowledge, and your tireless commitment to giving this art form the place it deserves within our cultural landscape.
The design itself is equally impressive. Your background as a graphic designer is evident in the care, elegance, and quality of its presentation. To me, Struktur des Staunens is not only an important contribution to the literature of magic, but also an accessible and compelling argument for recognizing magic as a genuine and valuable cultural art form.
For that very reason, I fully intended to tell you right away how much I admired your work and how highly I thought of it.
GSPR -1. Deutsches Museum zur Kulturgeschichte der Zauberkunst- BELLACHINI -Hansaplatz 8, 20099 Hamburg
Hinter dem Schauspielhaus- 040 41 54 26 74